EFI - Bad Oeynhausen.

ENERGIE - FORUM - INNOVATION | Architektur und Kunst

 

Erbaut wurde das ENERGIE - FORUM - INNOVATION nach den Entwürfen des amerikanischen Architekten Frank O. Gehry. Ihm ist es gelungen, eine Architektur zu schaffen, die neue Maßstäbe setzt: Sie lädt ein zum Erkunden und Verweilen.

 

"Nein, ich bin Architekt - aber Michelangelo hat auch Häuser gebaut."

(Zitat Frank O. Gehry, 1994)

 

Künstlerische Ausgestaltung (Möbel, Malerei, Skulptur)
Die künstlerische Ausgestaltung des ENERGIE - FORUM - INNOVATION übernahm 1993 die Berlinerin Susanne Ludwig. Dabei ging es ihr darum, das Licht, welches durch die Gegebenheiten der Architektur in das Gebäude geleitet wird und dort eine Form von Energie darstellt, bildnerisch zu erfassen. 

Die Bildhauerin Susanne Tunn, die durch ihre Skulpturobjekte bekannt geworden ist, in denen die Landschaft, der Ort, die Situation, das Suchen, das Finden, das Bewahren und der Eingriff eine zentrale Rolle spielen, hat zudem für den Außenbereich des Energie - Forum - Innovation eine Skulptur aus rotem Bohus Granit erarbeitet.

 

Acht Malereien für das Forum
Wichtigster Orientierungspunkt für die gesamte malerische Arbeit von Susanne Ludwig wurden zwei große, durch mehrere Stockwerke verlaufende Wände im Eingangs- und Seitenbereich. Damit hatte die Künstlerin eine räumliche Situation gefunden, die ihr symptomatisch innerhalb des architektonischen Gesamtzusammenhangs schien. Als Untergrund für die Farbe entschloss sich Susanne Ludwig für Papier und Leinwand, ohne jeglichen Rahmen. Ihre Idee war, mit dem Grundriss Gehrys als bildnerischem Impuls zu arbeiten. Energie gewinnt Form in bewegten Schwüngen auf der Fläche, deren Komposition und Anordnung sich quasi fließend bilden, wie Wasser, wie Wind, die am Ende die Bildfläche wieder verlassen. Auf die durch sensible Lichtführung hervorgezauberten imaginären Farbkompositionen sollte mit der Malerei reagiert werden. Die Farben, die nur latent als Reflexe vorhanden waren, wollte die Künstlerin deutlicher aussprechen, übertreiben und herausziehen, sodass sie sich klar im Raum manifestierten.

Stein im Zusammenhang
Ebenso wie bei den bisherigen landschaftsbezogenen Projekten der Bildhauerin Susanne Tunn stand auch bei der Arbeit Stein am Anfang die Suche, das Erleben von Raum, Masse und das Herausfinden von Verbindungen. Allein diese Phase der Arbeit dauerte ca. drei Jahre. 1996 fiel dann die Entscheidung für einen roten 30-Tonnen-Granit-Block im Steinbruch Hallinden in Schweden. Es folgte ein zweimonatiges Leben und Arbeiten mit dem Stein im Bruch. Bis zum Schluss sollte die endgültige Position offen bleiben. Die Künstlerin wollte den Stein auf jeden Fall pur und ohne Fundament in Bad Oeynhausen legen, er sollte sich selbst halten. Die Aussage, der Charakter des Steins verändert sich mit jedem Wenden. In jeder Position stehen Linien und Flächen anders zu seiner Masse. Für Susanne Tunn sind alle Flächen gleichwertig und stehen in einem skulpturalen Gesamtzusammenhang. Der Stein mit den Maßen 310 x 340 x 154 cm befindet sich auf der Rasenfläche an der Nordseite des Gebäudes.

 

Möbel Design
Die von Frank O. Gehry entworfenen Möbel, typisch durch die in zwei oder drei Lagen verleimten Schichtholzplatten und ohne die sonst übliche Kantenbearbeitung, geben dem Ganzen den Charakter einer einfachen, zurückhaltenden Einrichtung. Sie entspricht dem Gesamtkonzept des Gebäudes mit seiner ebenfalls einfachen Materialauswahl. Die meisterlich gestalteten Raumproportionen sollten nicht durch dominante Einrichtung ersetzt oder gar überladen werden.

Die mit dem Aluminium Armchair von Charles und Ray Eames gefundene Lösung für das Auditorium ist überzeugend, da dieser Stuhl sich so zurückhaltend einsetzen ließ, dass selbst die Anzahl von über 90 Stühlen keinem Besucher sofort bewusst auffällt.

Bei dem Bürostuhl Aeron der Firma Hermann Miller Inc. (entwickelt von Stumpf und Chadwick) wurde ein Produkt gewählt, das in punkto Ergonomie, Funktion, Anthropometrie sowie Ökologie so viel patentfähige Ideen beinhaltet wie kein Produkt auf diesem Sektor zuvor und dazu noch durch seine Bequemlichkeit überzeugt.

Frank Gehrys Collection Hat Trick der amerikanischen Möbelfirma Knoll ist in der Cafeteria eingesetzt. Der Hat Trick wird aus Ahornholz aus den Wäldern der Menominee-Indianer in Wisconsin hergestellt. In diesen Wäldern finden kontrollierte Forstmethoden Anwendung, die einen langfristigen Baumbestand sichern. Diese Bestuhlung zeigt - ebenso wie die Cardboard-Tische Typ Dining-Table oder Low-Table-Set im Erdgeschoss oder die in den Büros für Besucher bereitgestellten Wellkartonstühle des Typs Whiggle Side Chair - Frank Gehrys einfache und doch immer wieder geniale Idee des Zusammenspiels von Material und Form; erstaunlicherweise stabil, robust und mit dem Sitzkomfort eines bequemen Polstersessels ausgestattet.

Abgerundet wird die Sitzmöbel-Kollektion im ENERGIE - FORUM - INNOVATION mit dem Stahlrohr-Freischwinger S64 von Mart Stam im Besprechungsraum im Erdgeschoss und den Stuhlreihen Brno und Barcelona von Mies van der Rohe im Konferenzraum.